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Ma_1793

Die Geschichte vom Onkelchen // 5+

 

Das Grundthema ist die Freundschaft. Wie bekomme ich einen Freund? Wie muss ich ihm entgegen gehen, mich öffnen? Wie bereit muss ich sein, meinen Tagesablauf zu verändern? Ein universales Thema also, ein Leben lang, vertraut den Kleinsten und Größten gleichermaßen.

Lange Zeit lebte der Onkel allein. Er hat sich ein­gerichtet, alles ist geordnet, er weiß, wo er Löffel, Kaffeetasse, Zucker findet, wo sich das Bettzeug versteckt, wann der Wecker klingelt. Sein Leben ist überschaubar geworden. Aber etwas fehlt. Oem Onkel fehlt ein Freund. Bloß - wie findet man den? Der Onkel sucht nicht, er wartet. Geht das so? Plötzlich aber ist er da - der Freund. Und macht Aufregung in seinem Leben. Auch Mühe. Denn er ist ein lebendiges Wesen, mit eigenem Kopf. Und das stört den ritualisierten Alltags­gang. Auf einmal ist alles so fremd und neu und anders.

Wenig Text braucht diese Inszenierung, yon einer Erzählerin dargebracht, um das Thema der Freundschaft in seinen Schattierungen zu beschreiben. Außerdem wird die Geschichte yon einem Streichquartett nicht nur begleitet, es ubernimmt Motive vom Alleinsein, von der Ordnung und Aufregung und übersetzt dies in Musik. Die Technik des Stummfilms liefert die Grundlage fur die szenische Umsetzung, die durch Slapstick angereichert einen unverwech­selbaren Humor in diese Geschichte bringt. Die Inszenierung ist komisch, traurig, sentimental und zeitlos liebenswert zugleich.