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Warum trägt John Lennon einen Rock?

von Claire Dowie
in Rostow, Russland

Auf Einladung von „minicult festival – class hours“ in Rostow am Don inszeniert der Regisseur Stephan Weiland im Dezember 2010 eine russische Variante des Klassenzimmerstücks „Warum trägt John Lennon einen Rock“, das seit 2007 auf unserem Spielplan steht, am 24. Dezember''10 wird die russische Fassung in Rostow Premiere feiern.

„minicult“ ist eine unabhängige Organisation, die in der südrussischen Region Rostow mit Inszenierungen für Klassenzimmer und Projektarbeiten mit Kindern und Jugendlichen neue Wege im Theater für ein junges Publikum beschreitet.
Wir freuen uns, dass mit einer neu erarbeiteten Version des Stückes der englischen Autorin Claire Dowie, das um die Themen  Geschlechteridentitäten und Ichfindung kreist, das Format „Theater in Klassenzimmern“ in Russland vorgestellt wird, und hoffen, die russische Variante in der Besetzung mit Julia Kobez bald in Freiburg zeigen zu können.

Simurghs letzte Feder

ein Spiel nach Motiven aus Ferdousis Shahnameh

»Du bist ein Werk des Schöpfers der Welt,
doch kennst du das Sichtbare und Verborgene nicht.
Such du den Weg mit dem Wissen von Wissenden,
geh in die Welt und sprich mit jedem!«    (Schahname, Prolog)

Initiiert durch die erste Gastspielreise des Theater im Marienbad mit „Parzival“ von Tankred Dorst in den Iran 2003 entstand ein lebhafter Austausch mit der iranischen Theaterszene, der dazu führte, dass das Dramatic Arts Center (DAC) an Dieter Kümmel, den künstlerischen Leiter des Theater im Marienbad und Regisseur von „Parzival", das Angebot machte, mit deutschen und iranischen Theaterschaffenden das „Buch der Könige“, das „Schahname“ von Abu’l-Qasem Ferdowsi, zu inszenieren und als internationale Koproduktion in Iran und in Deutschland zu zeigen. Nach Dieter Kümmels Tod im Juni 2008 entstand auf beiden Seiten der Wunsch, die gemeinsam begonnene Arbeit in Dieters Sinne fortzusetzen.  2010 hatte die Koproduktion von Dramatic Art Center Teheran und Theater im Marienbad "Simurghs letzte Feder" basierend auf einer Textfassung von Mohammad Charmchir ni der Regie von Stephan Weiland Premiere, am 15. Januar in Teheran im dortigen Stadttheater und am 22. Februar in Freiburg, es wurden bisher zehn Vorstellungen gespielt.
Weitere Informationen zum Stück finden Sie im Repertoire, zum Austausch mit Kulturschaffenden aus dem Iran unter der Seite Dossier Iran.

Wir werden diese Produktion im Mai wieder zeigen, in diesem Zeitraum besteht auch die Möglichkeit zu weiteren Gastspielen, wir freuen uns über Ihr Interesse...!

 

König David, Zither und Schwert

Kammeroper in 7 Bildern
Musik: Uroš Rojko, Text und Regie: Marc Günther; Musikalische Leitung; Hans Michael Beuerle
Ein Gemeinschaftsprojekt von
Anton-Webern-Chor Freiburg, Ensemble Aventure, Theater im Marienbad sowie dem KinderLernHaus Freiburg-Ebnet,
gefördert durch MehrKlang – Gesellschaft für Neue Musik e. V.


Vorbemerkung: Zunächst sei betont: Ohne „MehrKlang Freiburg“ und die Netzwerk-Idee der Bundeskulturstiftung wäre dieses Projekt nicht zustandegekommen. Damit ist zwar auch, aber durchaus nicht nur der Aspekt finanzieller Förderung gemeint.
Synergetische Vernetzung von Menschen, Ensembles und Institutionen, die sich mit Neuer Musik beschäftigen, und Schärfung der Aufmerksamkeit für Möglichkeiten der Vermittlung von Musik unserer Zeit besonders (auch) an die jüngere Generation:  so etwa lassen sich die Leitziele beschreiben, mit denen „MehrKlang Freiburg“ vor zwei Jahren angetreten ist. Das hier beschriebene Projekt scheint uns ein geglücktes Beispiel dafür, wie man sich diesen Zielen nähern kann.
Über kaum eine Figur informiert die Bibel ausführlicher als über den Gründerkönig Israels. Kaum eine Persönlichkeit erhält über die Jahrhunderte mehr Facetten als David. In den Chroniken wird er beschrieben als der ideale Herrscher, als Beter und Poet in den Psalmen, als Vorbild in den Geschichtsbüchern, er wird als lebendige und vielfältige Person in buntesten Farben gezeichnet.Er vereinigt ein Spektrum an Idealbildern, die dem des Messias entsprechen, er ist schön und anziehend, ein tapferer Krieger, ein hervorragender Stratege und bestechender Redner. Aber auch als der heilende Musiker wurde er bekannt, zahlreiche Psalmen werden ihm zugeschrieben, Tanz und Gesang sind fester Bestandteil seines Ausdrucks.
Marc Günther hat mit diesem Libretto die Geschichte einer Bibelfigur so packend und aktuell erzählt, dass König David  ein lebendiges Bild von einem jungen Mann zeichnet, der durch Mut und Glauben an sich und Vertrauen auf Gott den Aufstieg wagt, sich gar ausersehen fühlen darf. Im Laufe seines Lebens geht er jedoch durch viele Täler, seine Erfolge sind von Einsamkeit begleitet -  sind die ersten Jahre gezeichnet durch das Leid, dass er anderen zufügt, wird er später zu einem der selbst viel erleiden muss und damit ein warnendes Beispiel für den einzig auf Karriere ausgerichten jungen Menschen. Sie beteiligt uns an der Gründungsgeschichte Israels, zeigt auf dass die Problematik schon damals erkennbar war und hinterfragt den "Heldenweg".
Uros Rojkos Musik verführt den Zuhörer mit hoher Flexibilität, einer manchmal fast überbordenden Phantasie und einem Handwerk, das über alle nur denkbaren Materialien und Strategien musikalischen Komponierens und Instrumentierens souverän verfügt. Sein Komponieren ist, so aufregend modern es ist, gleichzeitig in archetypischen Mustern und Figuren tief verwurzelt und bietet so auch dem ungeübten Ohr einen wunderbaren Zugang zur Neuen Musik.
Zum Erblühen kommt diese Komposition durch die feinsinnige Virtuosität der Musiker des Ensemble Aventure, dem außergewöhnlichen Akkordeonisten Luka Juhart und den bestechenden, sehr spielfreudigen, jungen Sängern des Anton Webern Chores , sensibel geleitet von Hans Michael Beuerle.

Nach den 8 ausverkauften  Aufführungen der Kammeroper „König David, Zither und Schwert“ im Herbst o9 in Freiburg, den erfolgreichen Gastspielen bei den Weingartener Musiktagen und dem Festival für slowenische Musik in Ljubljana, konnten im Oktober 2010 noch einmal 4 Vorstellungen gepielt werden. Diese außergewöhnliche Arbeit hat Musik- und Theaterbegeisterte, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen in ihren Bann gezogen , die die Angst vor dem vermeintlich Schwierigen genommen und neugierig gemacht auf die Freiheiten einer Musik, die nicht gefangen ist im klassischen Harmoniegedanken. In den Nachbereitungen in Freiburger Schulen konnte dieses Interesse weiter vertieft werden, die  jungen , hervorragenden Sänger des Anton Webern Chors waren hierbei zweifelsohne wunderbare Mittler. Im Juni konnte ein Konzert von Luka Juhart, (als Folge des mehrklangProjektes), Menschen von 10 bis 70 Jahren, von den Möglichkeiten der Neuen Musik  überzeugen, nie zuvor hatte der Großteil des Publikums das Akkordeon in dieser Farbe gehört, als exzellenter, mehrfach ausgezeichneter junger Musiker hat er mit Humor, Experimentierfreude und Ernsthaftigkeit die Zuhörer eingeladen die Schwelle des Ungewohnten freudig zu übertreten.
Da solche Aufführungen aber selbst bei sehr geringen Gagen und sozial verträglichen Eintrittspreisen ein finanzieller Kraftakt sind, danken wir Mehrklang, bzw. Netzwerk Neue Musik Projekts auch für dieUnterstützung bei der Wiederaufnahme des gemeinsamen Projekts.

Wir zeigen dieses besondere Projekt zur Förderung der Neuen Musik gerne auch an anderen Orten, es besteht auch eine version mit englischen Untertiteln, sollten Sie also Interesse haben...