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Es lesen:
Christoph Müller,
Dominik Knapp,
Heinzl Spagl

Herrndorf

„Arbeit und Struktur“

Aus dem Tagebuch von Wolfgang Herrndorf und weiteren Texten

Lesung in Kooperation mit dem Literaturbüro Freiburg

 „Schluss". Wolfgang Herrndorf hat sich am Montag, den 26. August 2013 gegen 23.15 Uhr am Ufer des Hohenzollernkanals erschossen.“ So lautet der letzte Eintrag des Internet Tagebuchs „Arbeit und Struktur“ von Wolfgang Herrndorf. Er wählte den Freitod nach langer, schwerer Krank-heit. Das Tagebuch „Arbeit und Struktur“ war ursprünglich angelegt worden, um die Freunde des Autors über den Fortgang der Erkrankung zu informieren. Schließlich aber entschied er sich dazu, den Text öffentlich zu machen. Drei Jahre lang verfolgten Tausende Leser den unglaublich aufrecht geführten Kampf des Autors gegen seine Erkrankung. Die Aufzeichnungen sind mehr als nur ein Dokument eines Krankheitsverlaufs. Über große Strecke mit einer Leichtigkeit und viel Humor erzählt,  erfährt der Leser die Entstehungsgeschichte der beiden Erfolgsromane „Tschick“ und „Sand“, die unterschiedlicher nicht sein könnten und Wolfgang Herrndorf erscheint als Chronist verschiedenster Ereignisse, sei es die Papstwahl, Fußballendspiele oder Bundespräsidenten-karrieren.  

Aus Anlass der 100. Vorstellung und um an den verstorbenen Autor zu erinnern, lasen ­Mitglieder des Tschick"-Ensembles des Staatsschauspiels Dresden  Mitte Februar 2014 aus dem Tagebuch „Arbeit und Struktur“ und weiteren Texten Wolfgang Herrndorfs. Dass diese Lesung bei uns mit Schauspielern unseres Ensembles eine Wiederholung erfahren darf, darüber freuen wir uns sehr.
„Angeblich wächst die Sentimentalität mit dem Alter, aber das ist Unsinn. Mein Blick war von Anfang an auf die Vergangenheit gerichtet. Als in Garstedt das Strohdachhaus abbrannte, als meine Mutter mir die Buchstaben erklärte, als ich Wachsmalstifte zur Einschulung bekam und als ich in der Voliere die Fasanenfedern fand, immer dachte ich zurück, und immer wollte ich Stillstand, und fast jeden Morgen hoffte ich, die schöne Dämmerung würde sich noch einmal wiederholen.“ W. Herrndorf