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Regie: Gerd Heinz
Bühnenbild: Johanna M. Burkhart
Kostüme und Masken: Yvonne Forster
Dramaturgie: Sonja Karadža
Musik: Murat Coşkun (Percussion)
             Ian Harrison (Blasinstrumente)

es spielen:
Daniela Mohr
Renate Obermaier        
Kirsten Trustaedt-Kümmel
Nadine Werner
Dietmar Kohn  
Sebastian Menges
Christoph Müller
Bernhard Ott
Heinzl Spagl
Uwe Topmann
Kinder:
Jule Pehnt
Marlene Gairing
Mato Hisam

Regieassistenz: Sophie Riess
Maskenbau: Isabelle Neu, S. Szymanski
Technische Leitung: Bernhard Ott
Licht-/Ton-/Bühnentechnik: Bernhard Ott, Hanna Rebstock
Soundcollage: Ingo Burghardt
Bühnenbau: Bernhard Ott (Leitung)
S. Altenburger, Hanna Rebstock
Schneiderei: Gisi Kinsky

Rechte: S. Fischer- Verlag, Frankfurt/Main

Premiere: 22. Oktober 2010

Dauer: ca. 120 Minuten und eine Pause

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Antigone oder das Begräbnis von Theben

Eine Version der ANTIGONE des Sophokles von Seamus Heaney
Deutsch von Arne Muus und Gerd Heinz
Deutsche Erstaufführung
in der Fassung des Theaters im Marienbad Freiburg

für Jugendliche ab 14 Jahren und Erwachsene

 Argos ist besiegt! Während das Volk von Theben das Kriegsende feiert, trauern die beiden Schwestern Antigone und Ismene um ihre beiden Brüder Eteokles und Polyneikes. Diese fielen im Kampf, Eteokles bei der Verteidigung Thebens, Polyneikes auf Seiten des Feindes. 

Die Thronfolge übernimmt ihr Onkel Kreon. Wissend um das moralische und machtpolitische Vakuum, das in Nachkriegszeiten herrscht, verspricht König Kreon die Ordnung in der Stadt wiederherzustellen. Mit seinem ersten Gesetz  soll ein Exempel statuiert werden. Den Kriegshelden Eteokles lässt er mit allen Ehren begraben, doch Polyneikes, dem Thebenfeind aus Theben, verweigert er die üblichen  Begräbnisrituale und überlässt seinen Leichnam den Tieren zum Fraß. Wer gegen dieses Gesetz verstößt, dem droht die Todesstrafe.

Antigone duldet diese Schmähung nicht. Sie stellt die Liebe zu ihrem Bruder über das herrschende Recht, und bestattet diesen trotz des Verbotes. Sie fühlt sich den göttlichen Gesetzen verpflichtet, die ihrer Meinung nach ungleich mächtiger sind, und die kein Mensch zu übertreten das Recht hat.

Antigone handelt nach ihrem subjektiven, Kreon nach seinem politischen Gewissen für das Wohl der Gemeinschaft. Zwei verständliche Ziele, doch miteinander unvereinbar?

Sophokles schrieb seine ANTIGONE im Jahre 442 v. Chr., und bis in die heutige Zeit beleuchtet das Stück wie kein anderes den Zwang, den griechische Mythen und Gestalten auf unser Sein ausüben: auf die unlösbare und zeitlose Auseinandersetzung zwischen Mann und Frau, Alt und Jung, Gesellschaft und Individuum, Lebenden und Toten, Göttern und Sterblichen. Die Tragödie zwischen Denken und Handeln, die Wahrheit des Widerspruchs, die Hitzköpfigkeit der Protagonisten, ihre Unfähigkeit sich selbst zu erkennen und Maß zu halten, sind das Aufregende an diesem Stück.

Die Inszenierung von Gerd Heinz stellt sich der Wucht der Sprache, lotet Pathos und Intimität aus, arbeitet mit klassischen Elementen wie Masken und setzt musikalisch Akzente durch den Einsatz von Percussion und Flöte. Seamus Heaneys Textfassung von 2004 hält sich nah am Original und ist doch frei in ihrer klaren Sprache und direkten Figurenhaftung. Ein Umstand, der unserem jungen Publikum den Zugang zu dieser alten Geschichte ermöglicht, ohne sie auf eine moderne „Turnschuhantigone“ (G. Heinz) zu reduzieren.