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Der Theater- und Kulturaustausch mit dem Iran

Internationale Theateraustausch-Projekte/ Veranstaltungen des Theaters im Marienbad, Freiburg

Zur Entwicklungsgeschichte Auslöser war unter anderem der von der US-amerikanischen Regierung nach dem 11. September 2001 geprägte Begriff der “Achse des Bösen”. Da sich das Theater im Marienbad nicht nur als kulturelle Einrichtung, sondern auch als Forum, als Ort politischer Diskussionen versteht, war sich das Ensemble unter der Leitung seines Intendanten Dieter Kümmel einig, kontinuierlich künstlerische wie informative Veranstaltungen zu diesem Thema anzubieten.

Zunächst wurden zu Beginn des Jahres 2002 Märchen aus dem Iran, Irak und aus Nordkorea von den Schauspielern des Ensembles in Einzelveranstal-tungen gelesen. Parallel dazu fanden unter dem Stichwort “Dialog der Kulturen” verschiedene Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit der Zentrale des Goethe-Instituts München, der Stadt Freiburg, anderen Kulturträgern wie z.B. dem Freiburger Freundeskreis Isfahan und geladenen Spezialisten/Islamwissenschaftlern statt.

Erste Reise
: Angeregt durch die Städtepartnerschaft Freiburg – Isfahan fand Oktober 2003  eine zweiwöchige Theaterreise des Theaters im Marienbad nach Teheran und nach Isfahan statt.
Was läge angesichts der weltpolitischen Lage näher, als einen Blick zum persischen Nachbarn auch im Rahmen einer persönlichen wie künstlerischen Begegnung im Land selbst zu wagen. Zudem waren ausländische bzw. explizit westliche Theatergruppen bisher noch nie in Isfahan zugegen gewesen, so daß die Reise des Theaters im Marienbad tatsächlich den ersten Kulturaustausch bzw. Theaterkontakt zwischen dem persischen und dem europäischen Kulturraum zu Beginn des 21. Jahrhunderts in Isfahan darstellt. Auf Empfehlung des Intendanten Roberto Ciulli (Theater an der Ruhr, Mülheim) war man sich zusammen mit der Stadt und dem damaligen Oberbürgermeister Dr. Rolf Böhme (SPD) einig, verschiedene Inszenierungen des Theaters im Marienbad aus Freiburg im Iran zu zeigen. Man entschied sich für das Stück “Parzival” von Tankred Dorst und Ursula Ehler, das Themen wie den christlichen Fundamentalismus, Krieg und die Auseinandersetzung mit Andersdenkenden aufgreift. Es handelt sich um eine der großen Produktionen des Theaters im Marienbad. Begleitet von dem Autorenpaar, geladenen Journalisten und Theaterwissenschaftlern fand außer den Aufführungen in Teheran und Isfahan auch ein umfangreiches Beiprogramm statt (ein Bühnenbildworkshop von Roland Söderberg in der Teheraner Musikhochschule, verschiedene Aufführungsgespräche und -nachbereitungen), das seitens der Zuschauer und der Bevölkerung auf sehr großes Interesse stieß. Tankred Dorst hielt an der Universität der drittgrößten Stadt im Iran, in Shiraz, Poetik-Vorlesungen. Und auch außerhalb des Theaters kam es zu zahlreichen Begegnungen und zu individuellen Gesprächen mit Zuschauern, der Presse, Journalisten und Übersetzern. Im Auftrag des ZDF Theaterkanals wurde in Zusammenarbeit mit dem Sender 3sat ein 60-minütiger Bericht über diese Reise gedreht und am 06.12.2003 in kürzerer Version auf arte und im Februar 2004 als längere Dokumentation auf 3sat im deutschen Fernsehen ausgestrahlt (s. auch beiliegendes Videoband „Parzival in Isfahan“). Bemerkenswert ist im Zusammenhang mit der ersten Reise nach Isfahan auch die Begegnung und der seitdem fortwährende Austausch mit der Isfahaner Literaturprofessorin Dr. Mehrabi, die in zuvorkommender Art und Weise wertvolle Informationen über Kultur, Land und Leute im Iran für ihre westlichen Zuhörer aufbereitet hat. An der ersten Reise nahmen insgesamt 44 Personen vom Theater, aus der Kultur und dem öffentlichen Leben teil. Finanziell unterstützt wurde das Projekt und die Reise von der Stadt Freiburg, dem Land Baden-Württemberg und vor allem vom Goethe-Institut München. Das Ensemble des Theaters im Marienbad verzichtete auf seine Gagen; Übernachtung und Verpflegung wurde von den iranischen Gastgebern übernommen.

Schwerpunkte/Ziele des Theater- und Kulturaustausches:

 Seitdem wurde der Theateraustausch durch folgende Veranstaltungen/Gastspiele fortgesetzt:

Þ  am 28. März 2004 fand unter dem Titel “Getauschte Blicke” eine Podiumsdiskussion zum Thema “Perspektiven eines Kulturaustausches mit dem Iran” statt, an der u.a. Herr Majid Scharifkhodaei, damaliger Präsident des Dramatic Arts Center in Teheran, sowie ein Vertreter des Goethe-Institutes in München und der Fernsehjournalist Jo Schmidt vom Theaterkanal des ZDF teilnahmen.

Þ  im April 2004 gastierte die Theatergruppe Leev aus Teheran im Theater im Marienbad mit der Inszenierung “Kiss you and Tears”, das auf dem letztjährigen Theaterfestival in Teheran den 1. Preis gewonnen hatte, in Kooperation mit dem Haus der Kulturen der Welt, Berlin. 

Þ  in Kooperation mit dem Theater an der Ruhr in Mülheim gastierte im Oktober 2004 die Gruppe Tajrobe-ye Now (“Die neue Erfahrung”) aus Isfahan mit ihrem Stück “Sorkh Ab” (“Rotes Wasser”) im Theater im Marienbad.

Þ  im November 2004 wurde der Intendant des Theaters im Marienbad Dieter Kümmel als Jurymitglied zu einem internationalen Theaterfestival Tans auf Einladung des Erschad (oberste Kulturbehörde des Iran) nach Isfahan eingeladen (zweite Reise), ein Festival, bei dem die verschie­densten Theatergruppen auch aus allen Anrainerstaaten des Iran wie etwa Aserbeidschan, Armenien und dem Irak aufeinandertreffen. Nach der erfolgreichen Begutachtung der einzelnen Stücke wurde als Gastgeschenk an die Stadt Isfahan diesmal das Marienbad-Stück „Hat Opa einen Anzug an?“ von Amélie Fried mit Bildern von Jacky Gleich gezeigt. Es entflammte nicht nur ein reges Interesse an einem weiteren gegenseitigen Austausch in Sachen Theaterarbeit, Regie und Dramaturgie (Dieter Kümmel hielt hierzu einen Vortrag über „Konzeption im Theater“; ein Theaterwissenschaftler aus Teheran sprach über die französische Theaterregisseurin Ariane Mnouchkine vom Theatre du Soleil aus Paris und über “Frauen im iranischen Theater”), sondern in Begleitung von Achim Könnecke, dem Leiter des Kulturamt Freiburg, erwachte auch ein verstärktes Interesse an dem weiteren Ausbau der Städtepartnerschaft. Zudem fand ein ausführliches Gespräch mit dem Isfahaner Oberbürgermeister, dem Kulturbürgermeister und Vertretern des dortigen Stadtplanungsamtes statt, die sich hierin intensiv mit dem Austausch und neuen Projektpatenschaften der Städtepartner Freiburg–Isfahan beschäftigten.

Þ  Das Kulturhausprojekt: Der Stadt Freiburg wurde in diesem Zusammenhang von der Stadt Isfahan der Ausbau eines Kulturhauses im sog. Armenierviertel (großes mittelalterliches Lehmhaus mit Hof, s. beiliegende Photos) angeboten, um ein Kulturzentrum in der zweieinhalb Millionen Menschen umfassenden Metropole zu schaffen, in dem man regelmäßig verschiedene “Kulturen gemeinsam diskutieren und spielen” lassen könnte. Ein kleiner Freundeskreis von Kulturschaffenden des Theaters, der Freiburger Universität unter der Schirmherrschaft des Rektors, Prof. Dr. Dr. Jäger, der Bildenden Kunst und des Musiktheaters (der Opernregisseur Gerd Heinz) hat es sich in Zusammenarbeit mit dem Stadtplanungsamt und dem Goethe-Institut Freiburg zur Aufgabe gesetzt, dieses Projekt voranzutreiben. Bisher wird das geplante Projekt noch durch das Fehlen entsprechender finanzieller Mittel (60 000 Euro Festkosten + 20 000 Euro Renovierungskosten) in Frage gestellt, die jedoch von einer Arbeitsgruppe in Zusammenarbeit mit der Stadt Isfahan aufgebracht werden sollen.

Þ  zweites städteplanerisches Projekt: Auf einem ca. 9km langen und 5 km breiten Parkgelände, das die Stadt zur Verfügung stellt, soll ein botanischer Garten entstehen, der der Partnerstadt Freiburg gewidmet ist und mit dieser zusammen bepflanzt werden soll. Zudem stellt die Stadt Isfahan neben dem Platz der Könige hinter der Freitagsmoschee ein Bebauungsgelände (7m in die Tiefe, damit es die städtische Moschee nicht überragt) zur Verfügung, auf dem ein internationales Theater- und Konzerthaus errichtet werden soll. Das Projekt wird von einer Gemeinschaftsinitiative der verschiedenen Partnerstädte Isfahans getragen: Diese sind außer der Stadt Freiburg die Partnerstädte Barcelona, Venedig, Marseille, Havanna und Shanghai.

Þ  eine Arbeitsgruppe des Freiburger Freundeskreises Isfahan plant vor diesem Hintergrund im Juli 2005 zusammen mit dem Freiburger Oberbürgermeister Dr. Dieter Salomon (Grüne) und dem künstlerischen Leiter des Theaters im Marienbad Dieter Kümmel nach Isfahan zu reisen, um vor Ort weitere Gespräche zu führen und die dortige Situation im gemeinsamen Dialog auszubauen und zu stabilisieren. Es bestünde die Möglichkeit, auch von seiten der Bundesregierung eine/n Vertreter/in mitzuschicken, die/der sich vor Ort über die realen Bedingungen, Hoffnungen, und Nöte der Menschen im Iran informieren kann.

Þ  eine weitere Diskussionsveranstaltung unter dem Stichwort “Dialog der Kulturen” fand am 14. Februar 2005 im Theater im Marienbad statt: Es diskutierten Martin Lüdke (SWR Mainz), Stefan Weidner (Die Zeit), Hilal Sezgin (Frankfurter Rundschau) und Günther Lachmann (Welt am Sonntag) zum Thema Gespräche im Marienbad „Schluss jetzt!? Am Ende der Vernunft oder an deren Anfang: Der Dialog der Kulturen – eine Diskussion mit Beteiligten.”

Dritte Reise20. bis 29. Januar 2005  nach Teheran: Die Gruppe war vom Dramatic Arts Center und dessen neuen Leiter Dr. Neshan zum Internationalen Fadjr-Festival in Teheran eingeladen, dem The­aterfestival des vorderasiatischen Kulturraumes. Hier sind alljährlich neben den iranischen Gruppen auch solche aus Canada, England, Russland und Japan mit von der Partie. Das Theater im Marienbad spielte diesmal die Produktionen “Die Nächte der Schwestern Bront?” von Susanne Schneider und “Perô oder die Geheimnisse der Nacht” nach einer Geschichte von Michel Tournier (s. beiliegende Broschüren). Das Interesse seitens der Bevölkerung Teherans war derart groß, daß sämtliche Veranstaltungen ständig ausverkauft und überfüllt waren. Beide Stücke wurden ins Persische übersetzt. Auch hier gab es wieder ein größeres Beiprogramm in Form eines Vortrags von Margret Bäuerle zu den englischen „Schwestern Brontë” und zu den “Anfängen der europäischen Frauenlite­ratur im frühen Mittelalter“ mit anschließender Publikumsdiskussion. Von Roland Söder­berg, einem bekannten Szenographen aus Schweden, der seit Jahren eng mit dem Theater im Marienbad zusammenarbeitet, wurde zusätzlich eine Ausstellung zu „Raumkonzeptio­nen im Theater“ gezeigt. Margrit Schneider und Sonja Karadza vom Ensemble des Thea­ters boten außerdem einen Workshop zum Stück von Susanne Schneider und zur Inszenie­rung „Die Nächte der Schwestern Brontë“ an, bei dem auch Textbeispiele direkt und indi­viduell mit den einzelnen Teilnehmern diskutiert werden konnten. Nicht zuletzt begleitete der Teheraner Schriftsteller und Theaterwissenschaftler Prof. Dr. Sadeghi die einzelnen Vorstellungen des Theaters im Marienbad mit Begleitvorträgen und Diskussion aus irani­scher Perspektive. Das Interesse der iranischen Zuschauer wie auch das der iranischen Presse war entsprechend groß - über zwanzig Interviews in Fernsehen, Rundfunk und Zei­tungen zeugen von dem enormen Widerhall und der freundlichen Offenheit, ja dem großen Bedarf und Interesse am Austausch mit den “Theaterschaffenden und Kulturbotschaftern” des Westens (s. auch beil. Pressespiegel).

    Trotz der zu dieser Zeit schwierigen politischen Lage ist Dieter Kümmel Ende November 2005 nach Teheran und Isfahan gereist, um  weitere Kooperationsmöglichkeiten für die Beteiligung iranischer Gruppen am Festival zu besprechen.

     Vierte Reise Fadjr-Theaterfestival im Januar 2006 in Teheran. (In der Zwischenzeit erfolgte eine Einladung zum Fadjr-Festival mit der Produktion "Der Teufel mit den drei goldenen Haaren" von F.K. Waechter.) Im Rahmen der Gespräche mit dem Dramatic Arts Center ist ebenfalls das Angebot für eine Inszenierung aus dem "Königsbuch" von Ferdowsi, eine Koproduktion von Dramatic Arts Center und Theater im Marienbad mit deutschen und iranischen Schauspielern ausgesprochen worden.

      In Kooperation mit dem Theater Freiburg veranstaltet das Theater im Marienbad  das Internationale Theaterfestival 2006, Freiburg. Das Festival trägt den Titel “Glauben” und beschäftigte sich im Kern mit den Themen “Religion – Glaube”. Hierzu waren 3 Iranische Theatergruppen eingeladen, hierbei handelte es sich bei einer Produktion um eine Auftragsarbeit des Festivals an eine Iranische Theatergruppe, weiter sind verschiedene Vorträge Iranischer Professoren gehalten worden. In Zusammenarbeit mit der Stadt Freiburg war die Isfahaner Zoorkhane- Gruppe aufgetreten, außerdem fand eine Ausstellung mit Photos der Iranischen Künstlerin Meraneh Atashi statt und der Film von Abbad Kiarostami „Looking at Tazieh“ wurde gezeigt. Die Iranischen Künstler waren der gesamten Festivaltage zu Gast, womit die Möglichkeit zum Austausch gegeben war und rege genutzt wurde.

     In den Jahren 2007 und 08 fanden verschiedene Vortragsveranstaltungen und Vorbereitungen zu der Koproduktion zwischen Dramatic Art Center Teheran und dem Theater im Marienbad statt. Durch Krankheit und den Tod von Dieter Kümmel im Juni 2008 fand eine Unterbrechung der Aktivitäten statt, gleichzeitig wurde seitens des DAC allerdings auch eine unbedingte Fortsetzung des Projekts gewünscht.

     2009 wurde Mohammad Charmchir mit einer dramatischen Bearbeitung ausgewählter Geschichten des Shahnameh beauftragt. Im September begannen die Proben in Teheran, der 2. Probenblock fand in Freiburg statt, im Januar waren die deutschen Schauspieler wieder in Teheran, wo am 15. Januar die Iranische Premiere im Rahmen des Internationalen Fadjr-Festivals statt.

      Am 20. Februar 2010 Premiere von „Simurghs letzte Feder“ in Freiburg und im Anschluss 7 Vorstellungen.

      Im Mai 2011 sind weitere Vorstellungen geplant.
 

Fazit und Ziel:
So unterschiedlich unsere Kulturen auf den ersten Blick auch sein mögen, so sehr hungert es die Menschen im Iran nach Begegnung, Gespräch und Austausch der Kulturen, besonders in angespannter politischer situation. Mag die politische Lage derzeit auch nicht einfach sein und mögen die Lebensbedingungen im demokratischen Verständnis der westlichen Welt z.T. als extrem eingeschränkt, ja totalitär empfunden werden, so ist es mehr denn je bitter nötig, den persönlichen, künstlerischen, wie auch öffentlichen, d.h. gesellschaftlich und staatlich unterstützten Austausch mit den Menschen und aufgeschlossenen Gruppen im Iran zu suchen und zu fördern. Erst der langfristige und kontinuierliche Kontakt erlaubt einen wirklichen Einblick in die iranische Gesellschaft, in deren Realitäten, in ihre Problemwelten wie Hoffnungen, die – abgesehen von den religiösen Vorschriften und Regeln, die nach Auslegung der iranischen Mullahs heutzutage einzuhalten sind – ganz ähnlich gelagert sind wie die in der westlichen Welt: Hohe Arbeitslosigkeit, fehlende Chancengleichheit im Berufsleben von Mann und Frau, Wohnraummangel und stetig steigende Armut sind auch im Iran derzeit an der Tagesordnung. “Die Herzen sind offen”, berichtete der Intendant Dieter Kümmel von seinen vielfältigen Begegnungen und Erfahrungen mit den Menschen Teherans und des Irans. In diese menschliche Offenheit hinein führt nur die persönliche und freundschaftliche Begegnung über Kultur, Theater, Literatur und Musik: ein Dialog der Kulturen. Ein gezielter und absichtsvoller Prolog aber, der zum Krieg einer demokratisch/westlich orientierten Kultur und Gesellschaft mit einer islamischen Kultur und Gesellschaft im Sinne der derzeitigen amerikanischen Außenpolitik führen würde, hätte nichts weiter zur Folge als die unmittelbare Zerstörung der gerade erst zart geknüpften Bande zwischen den Kulturen, zwischen den Menschen und Völkern, um die es hier ja in erster Linie geht. Der künstlerische und kulturelle Dialog kann politische Monologe im Westen wie im vorderasiatischen, persischen und arabischen Kulturraum ersetzen wie ergänzen und zeigen, welche Kraft in tatsächlicher Demokratie liegt. Die Idee eines persönlich wie künstlerischen Austausches als Basis einer zukünftigen Völkerverständigung ist weitaus tragfähiger als man gemeinhin annimmt. Das konnte das Theater im Marienbad und sein Ensemble über einen längeren Zeitraum Jahren hinweg erleben. Zwischenmenschlichkeit als Basis von Menschlichkeit wirkt auch da, wo ein unmenschliches Regime herrscht und Leute verschwinden und aus politischer Machtgier zum Schweigen gebracht werden. Kultur ist manchmal die letzte, wenn nicht gar die beste Kommunikationsmöglichkeit, wenn die Mittel der Politik zu versagen drohen.

Angesichts der zahlreichen und nachweislich positiven Erfahrungen mit der iranischen Theaterlandschaft und Bevölkerung ist dies eine gute,ja einzigartige Möglichkeit, den ernsthaft begonnen Dialog der Kulturen in gegenseitiger Toleranz und Anerkennung weiterzuführen - ein Gespräch unter Menschen und Freunden zu beginnen, anstatt unter Religionen und ihren Führern.

Persönliche Eindrücke der Theaterreisen aus Sicht der weiblichen Ensemblemitglieder finden Sie in dem Buch "Um das schwarz ein bißchen aufzuhellen" ,siehe >>