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Fahrtenschreiber - Festival für Literatur einer globalisierten Welt

Literatur ist in Bewegung. Auf interkulturellen Fährten zeigt das Festival die Vielstimmigkeit der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur: von aktuellen Erzählungen zu Ankunft und Herkunft über szenisch eingerichtete Werkstatttexte bis hin zu Lyrik zwischen den Sprachen. Über Flucht, Migration und Gesellschaft kommen Autoren, Übersetzer, Wissenschaftler und Publizisten an zwei Tagen im Alten Wiehrebahnhof und im Theater im Marienbad ins Gespräch.

www.fahrtenschreiber-festival.com

Debüts!
Luna Al-Mousli, Shida Bazyar und Senthuran Varatharajah
in Kurzlesungen

„vielleicht sprechen wir, um an das ende dieser und jeder möglichen sprache zu gelangen“, schreibt Senthil Vasuthevan an Valmira Surroi. Er ist Doktorand der Philosophie in Berlin, sie studiert Kunstgeschichte in Marburg. Sieben Tage lang schreiben sie sich auf Facebook. Über die Flucht aus Sri Lanka und dem Kosovo, die Kindheit in „asyllandheimen“. Über Schule, Heimat, ihre Familien. Für einen Auszug seines Romans Vor der Zunahme der Zeichen (S. Fischer, 2016) erhielt der 1984 in Jaffna/Sri Lanka geborene Senthuran Varatharajah beim Ingeborg-Bachmann- Wettbewerb 2014 den 3sat-Preis. Das Künstlerbuch Eine Träne. Ein Lächeln (weissbooks, 2016) enthält 44 schlanke Geschichten und Fotos aus dem Familienalbum von Luna Al-Mousli. Zweisprachig, Arabisch und Deutsch, führt die 1990 geborene Autorin und Grafikdesignerin in ein friedliches Syrien vor dem Krieg: Um die Jahrtausendwende schwimmen Wassermelonen zum Kühlen im Pool, Luna sitzt auf riesigen orientalischen Teppichen und sucht nach Fehlern im Ornament. Als sie 14 Jahre alt ist, zieht die Familie von Damaskus nach Wien, Syrien rückt in weite Ferne – bis der Bürgerkrieg ausbricht, die Erinnerung einsetzt. Die 1988 im rheinland-pfälzischen Hermeskeil geborene Shida Bazyar entfaltet in Nachts ist es leise in Teheran (Kiepenheuer & Witsch, 2016) ein raffiniertes Familienmosaik:
In vier Zeitabschnitten – 1979, 1989, 1999 und 2009 – erzählen Vater, Mutter, Tochter und Sohn: von der iranischen Revolution, dem Wechsel von der Schah-Diktatur zum Mullah-Regime, vor allem aber von Flucht und Ankunft einer iranisch-deutschen Familie in Deutschland. Und von einer Rückkehr der Kinder nach Teheran, bei der keinerlei Heimatgefühle aufkommen.

Veranstalter: Literaturbüro Freiburg und Deutsches Seminar der Universität Freiburg in Kooperation mit dem Theater im Marienbad

Gefördert im Rahmen des Literatursommers 2016 – Eine Veranstaltungsreihe der Baden-Württemberg Stiftung, www.literatursommer.de

Weitere Förderer und Partner: Robert Bosch Stiftung, Carl-Schurz-Haus, 14 Magazin, Studium Generale der Universität Freiburg, hKDM Hochschule für Kunst, Design und Populäre Musik Freiburg