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Choreographie Jai Gonzales
Performer Pim Boonprakob / Stavros Apostolatos / Bernhard Fauser / Florian Bücking / Ini Dill / N.N.

Quatuor_pour_la_fin_du_temps_3

Gastspiel im Rahmen des Festival der privaten Theater Baden-Württemberg

Unterwegs- Theater Heidelberg

Quatuor pour la fin du temps

Premiere im Herbst 2014

Das UnterwegsTheater zeigt eine Performance zu Olivier Messiaens „Quatuor pour la fin du temps"

Heidelberg tanzt, vor allem in der Hebelhalle in der Hebelstraße 9. Von dort, wo das UnterwegsTheater zu Hause ist, kommt das Ensemble mit der Video- und Livemusik-Performance „Quatuor pour la fin du temps" zum Festival der Privattheater ins Theater im Marienbad.
Choreographin Jai Gonzales schafft mit dem Videokünstler Lillevan Pobjoy und dem Lichtdesigner Norbert Mohr einen neuen Erfahrungsraum, bei dem der Zuschauer sich inmitten des Geschehens befindet, buchstäblich „zwischen Himmel und Hölle". Das Theater im Marienbad wird für diese Produktion „auf den Kopf" gestellt und zeigt sich einmal mehr als „innovatives Bad der zeitgenössischen Künste". Mit dem sparten-übergreifenden Projekt, der Kombination von Tanz, Video, Licht und Musik, wird ein intensives Erleben der Musik von Olivier Messiaen erwartet. Für Bernhard Fauser wird es ein ganz besonderer Abend, denn der Mitgründer des UnterwegsTheaters und Tänzer der ersten Stunde wird mit dieser Produktion offiziell seine Tanzschuhe an den berühmten Nagel hängen.

Ein Teil von Messiaens Musik wurde im Juni 1940 uraufgeführt – auf einem Feld bei Toul, westlich von Nancy. Nach der Niederlage Frankreichs hatten die Deutschen dort „Tausende von erschöpften, verratenen Soldaten wie in einem Fischernetz zusammengepfercht", wie sich der Dichter Guy Bernard später erinnerte. Die Franzosen hausten unter freiem Himmel und warteten auf den Abtransport in die schlesischen Lager. Mitten in dem Trubel brachte der Klarinettist Henri Akoka unter freiem Himmel vor Tausenden von Mitgefangenen ein Solostück zur Uraufführung, das Messiaen im Lager für ihn geschrieben hatte. Der Cellist Régis Pasquier diente ihm als Notenständer. Auf diese Weise wurde ein Stück aus der Taufe gehoben, das Messiaen im Jahr darauf als dritten Satz in sein „Quartett für das Ende der Zeit" einfügen sollte, in das berühmte „Quatuor pour la fin du temps". Die Uraufführung des gesamten Stücks fand unter nicht weniger berührenden und dramatischen Umständen statt: im „Stalag VIIIA" bei Görlitz. Dort war eine Baracke zum Lagertheater umgebaut worden und dort wurde am 15. Januar 1941 das vollendete „Quatuor pour la fin du temps" uraufgeführt, das Messiaen auf Notenpapier geschrieben hatte, das ihm ein deutscher Hauptmann besorgt hatte. Auch die deutsche Lagerleitung war anwesend, umgeben von 400 Franzosen, die wegen der Januarkälte in geflickte tschechische Uniformen und Holzpantoffeln gestopft worden waren.