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Es spielen Christoph Müller,
Kirsten Trustaedt-Kümmel,
Hubertus Fehrenbacher,
Daniela Mohr,
Heinzl Spagl,
Dietmar Kohn,
Renate Obermaier,
Joanna Kapsch / Nadine Werner,
Martin Klaus,
Lukas Schütte,
Markus Kammermaier,
Sebastian Menges &
Bastian Voigt

 
Regie Dieter Kümmel
Dramaturgie Stephan Weiland
Regieassistenz Sonja Karadza
Kostüm Margrit Schneider
Schneiderei Anja Fehrenbacher
Bühnenkonzept Martin Baldenhofer
Bühnenumsetzung Martin Baldenhofer &
Tommy Müller
Komposition Inga Burghardt &
Matthias Mohr
Geräuschkulisse Heinzl Spagl
Techn. Leitung Bernhard Ott
Licht Bernhard Ott &
Hanna Rebstock

 
Rechte Thomas Sessler Verlag, Wien

 

 

 

Gefördert von

 

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Jugendohnerap

Jugend ohne Gott // 14+

Dauer: ca. 150 Minuten (inkl. 10 Minuten Pause)
Maximal Plätze pro Vorstellung: keine Angabe

Ein Seh-Hörspiel in einer Bühnenfassung von Stephan Weiland

1934, ein Jahr nach der nationalsozialistischen Machtergreifung. Ein 34-jähriger Lehrer, äusserlich angepasst, innerlich resignierend, sieht in den Schülern seiner Klasse nur noch eine verrohte Jugend ohne Ideale und Ziele. Seine beiläufige Bemerkung, auch Neger seien doch Menschen, bringt die Klasse und Eltern geschlossen gegen ihn auf. Bei einem Zeltlager, das der Wehrertüchtigung der Jugend dienen soll, geraten die Dinge vollends aus dem Lot. Als im Lager Sachen gestohlen werden, beobachtet der Lehrer, der die aufgestellten Wachen beaufsichtigt, die nächtliche Begegnung eines seiner Schüler mit einem fremden Mädchen. Um mehr zu erfahren, verschafft er sich Zugang zu dessen Tagebuch – und sieht sich, als tags darauf ein anderer Schüler erschlagen aufgefunden wird, in ein grausames Verbrechen verstrickt. Erst bei der folgenden Gerichtsverhandlung gesteht er, seine berufliche Laufbahn aufs Spiel setzend, seinen Teil der Schuld; er bricht sein Schweigen und kommt mit seinem Gewissen ins Reine. Doch der wahre Täter ist noch nicht gefunden.

Horváths Roman beschreibt die  schleichende Gleichschaltung und die sukzessive Durchsetzung eines totalitären Systems. Aus der Sicht des Lehrers schildert der Roman die Manipulierbarkeit der Zivilgesellschaft und die Anpassung des Einzelnen, die den scheinbar normal verlaufenden Alltag durchdringt. Eingebettet in eine Kriminalgeschichte, entfaltet sich als zentrales Motiv die Frage nach der Glaubwürdigkeit eigenen Handelns.

Er selbst bemerkte über seinen Roman: „Es ist mir dabei noch etwas aufgefallen, nämlich dass ich, ohne Absicht, auch zum erstenmal den sozusagen faschistischen Menschen (in der Person des Lehrers) geschildert habe, an den die Zweifel nagen .. oder besser gesagt: den Menschen im faschistischen Staate.“

Horvath schrieb diesen Roman 1937 im Exil, nachdem er zuvor noch selbst versucht hatte, sich als Autor mit dem Naziregime zu arrangieren. In den Vorarbeiten finden sich – später verworfene- Titel wie „Das Zeitalter der Fische“, Auf der Suche nach den Idealen der Menschheit, „Aufzeichnungen eines Lehrers aus unserer Zeit“. Auf Anhieb ein grosser Erfolg, wurde „Jugend ohne Gott“ in acht Sprachen übersetzt – und von den Nazis sofort verboten und alle Exemplare im Reich konfisziert. 1938 starb Horváth auf den Champs-Elysées in Paris, erschlagen von einem herabstürzenden Ast. Er kam von einem Treffen mit R. Siodmak, der den Roman für Hollywood verfilmen wollte.

Horváths lakonischer Sprache verpflichtet, bringt die Theateradaption, ohne auf historische Bebilderung zurückzugreifen, das Geschehen in Form eines Hörspiels auf die Bühne und fordert zu einer Debatte über Werte und Orientierung, über Vorurteile und Verantwortung heraus. Nicht zuletzt zeigt sich in der fast motivlos begangenen Mordtat eine bestürzende Aktualität.