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Jugend ohne Gott: Ein Seh-Hörspiel // 14+

von Ödön von Horváth
als Seh-Hörspiel nach einer Theaterfassung von Stephan Weiland

Vor 80 Jahren, am 1. Juni 1938 starb Ödön von Horváth, erschlagen von einem herabfallenden Ast auf den Champs-Élysées in Paris. Er war auf dem Nachhauseweg von einem Gespräch mit R. Siodmak über die Filmrechte zu seinem Roman „Jugend ohne Gott“. Horváths Stücke verlieren nicht an Aktualität, seine Sprache verweigert sich einer zeitlichen Zuordnung und so ist es nicht verwunderlich, dass dieser Roman immer noch an Theatern und im Kino präsent ist. Behandelt er doch anhand des sehr genau gezeichneten Protagonisten, einem Lehrer, der an den politischen Realitäten in der Weimarer Republik und der drohenden Machtergreifung der Nationalsozialisten verzweifelt, die stets aktuellen Fragen nach Schuld, eigener Verantwortung und der daraus resultierenden Notwendigkeit des Handelns in politisch bewegten Zeiten

„Aber ist es nicht gewagt, in einem Kinder- und Jugendtheater ganz auf die erwachsene Person des Pädagogen zu fokussieren? Sonja Karadza winkt ab. Schon 2005 fanden es die Schüler viel spannender, was so im Kopf eines Lehrers vorgeht. Was im eigenen vorgeht, kennen sie ja.“

– Badische Zeitung: "Im kollektiven Geist des Hauses", J. Reuß

Das Theater im Marienbad hat bereits im Oktober 2005 eine erfolgreiche Inszenierung des Romans in der Regie von Dieter Kümmel auf die Bühne gebracht, zuletzt wurde das Stück im Jahr 2012 gezeigt. Das  Konzept der damaligen Fassung, ein Seh-Hörspiel auf die Bühne zu bringen, ist Ausgangspunkt der aktuellen Neufassung. Drei Schauspieler_innen bringen in dieser Inszenierung in noch stärker auf ein Hörspiel zugespitzter Form den Stoff Horváths auf die Bühne. Mit live erzeugten Geräuschen, Musik und Soundcollagen wird die Kriminialgeschichte atmosphärisch dicht verschränkt und lässt die Formate Theater und Hörspiel enger denn je zusammenrücken.