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Klauni

Klauni

Teatr 21

Klauni (Of clowns, i.e. about the family)

Di., 23.5.17, 18 Uhr & MI., 24.5.17, 20 Uhr

Theater im Marienbad

In polnischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Der Theaterabend beginnt als Freakshow in einem Zirkus und erinnert damit an die monströsen Ausstellungen des Fremden, des Anderen mit Hilfe von Riesen oder Zwergen noch zu Beginn des letzten Jahrhunderts. Teatr 21 ist die einzige Gruppe in Polen, die mit einem derartigen – auf Langzeitwirkungen ausgelegten – Konzept arbeitet. Im dritten Teil ihrer Trilogie geht es um das Bedürfnis von Menschen mit Down- Syndrom, eine eigene Familie zu gründen, der letzte ihrer Punkte auf einer längeren Wunschliste. Eine schier überwältigende Menge von Bewerbern*inen mochte in eine Testwohnung einziehen, um dort ihre Eignung für ein ganz normales Leben unter Beweis zu stellen. Doch sie stehen unter schärfster Beobachtung eines Trainers. Schließlich geschieht das Unvermeidbare: Ein Kind kündigt sich an! Die Arbeiten von Teatr 21 sind unverschämt, anarchisch, politisch und grellbunt. Hier stellen Betroffene ohne jegliche Betroffenheit die Frage nach der Glaubwürdigkeit unserer „Projekte der Inklusion“ in einer neoliberalen Gesellschaft.

In the final installment of their trilogy, we meet the heroes of Teatr 21 in a training flat. This is the last item on their wishlist – family! In the performance Teatr 21 allude to the traditions of the circus, which even at the beginning of the 20th century showcased otherness. These circus acts were crude spectacles but were incredibly popular at the time. How has the presence of disability changed in the public sphere? Have we been able to successfully integrate the disabled into the everyday world?

 

Jurybegründung
Alle Spieler*innen bewegen sich mit großer spielerischer Selbstverständlichkeit und mit hohem Wirkungsbewusstsein auf der Bühne, eine Kompetenz, die auch etwas mit der kontinuierlichen Arbeit von Teatr 21 zu tun haben mag. Es entsteht eine besondere Reibung zwischen dem Thema – dem gesellschaftlichen Umgang mit Behinderten – und der Form, eine ironische Revue, die von Darstellern*innen mit Behinderung präsentiert wird. Eine politisch schonungslose Arbeit, die durch viel Humor überzeugt. (Viola Hasselberg)