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Krähe und Bär // 8+

von Martin Baltscheit

„Am Ende bist du doch ein guter Bär und es stimmt gar nicht, was die Erdmännchen sagen: Bären lieben nur sich selbst und platzen lieber, als zu teilen."

–  Krähe zum Bären


Krähe und Bär. Ein ungleiches Paar. Der Bär steht im Zoo vor der Wand und wünscht sich in die Freiheit und die freie, doch ausgehungerte Krähe schmachtet dem jeden Tag pünktlich bereiteten Frühstück, Mittag- und Abendessen des Bären hinterher. Als die Krähe ungeschickterweise in den Teich des Bärengeheges fällt und zu ertrinken droht, rettet der Griesgram sie und legt so, ob er es will oder nicht, den Grundstein für eine Freundschaft.  

Die Produktion „Krähe und Bär“ fügt sich in den Geist unserer geplanten Programmreihe „Für alle reicht es nicht“. Die Inszenierung für ein junges Publikum widmet sich mit viel Humor der Frage, ob das Gras auf der anderen Seite wirklich grüner ist. Beide Hauptcharaktere kämpfen mit ihren existentiellen Sorgen und finden doch zusammen ein Stück vom Glück. „Krähe und Bär“ vom Autor Martin Baltscheit wurde 2016 mit dem Deutschen Kindertheaterpreis ausgezeichnet. Leicht durch den Witz des Textes finden philosophische Themen wie Gefangenschaft und Freiheit, Sehnsucht und Verdruss, Freundschaft und die Stärke des Einzelnen ihren Platz in der Inszenierung von Tom Schneider. Dabei merkt man, dass die Tiere uns Menschen viel ähnlicher sind, als es sich auf den ersten Blick vermuten lässt. Und es wird klar: Ein Blick auf die andere Seite des Zaunes lohnt.