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Regie: Matthias Kaschig

Bühne und Kostüm: Vera Knab

Dramaturgie: Sonja Karadza

Es spielen:
Daniela Mohr,
Renate Obermaier,
Kirsten Trustaedt- Kümmel,
Nadine Werner,
Hubertus Fehrenbacher,
Dominik Knapp,
Dietmar Kohn
Christoph Müller,
Heinzl Spagl

Regieassistenz: Nora Bärmann
Bühnenbildassistenz: Gabriel Ohanowitsch

 

Technische Leitung: Bernhard Ott
Technik/Licht: Bernhard Ott, Felix Kremser, Aaron Andersen
Bühnentechnik: Mario Kreutzer
Schneiderei: Gisi Kinski

Dank an
Tobias Vethake und Michael Summ für die musikalische Beratung,
Gary Joplin für die choreografische Beratung

Rechte: Kiepenheuer Verlag

Premiere: 5. April 2014

für Jugendliche und Erwachsene

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Rosa und Blanca

von Rebekka Kricheldorf

„Festhalten und Einsargen
Ist  alles
Was euch interessiert
Wenn euch was Schönes begegnet
Festhalten und Einsargen
Ich möchte
Dass jeder Moment meines Lebens
Die Intensität einer atomaren Detonation besitzt“

Das Grimmsche Märchen „Schneeweißchen und Rosenrot“ dient als Vorlage für Rebekka Kricheldorfs Theaterstück „Rosa und Blanca“. Kricheldorf schreibt in gebundener Sprache, verdichtet, frech und pointiert. In „Rosa und Blanca“ erzählt sie eine coming of age Geschichte zweier pubertierender in Symbiose lebender Schwestern, die der Großstadt mit ihren pickligen Schülern, kriegstreibenden Regierungen und grauen Visagen, den Rücken gekehrt haben und nun im Wald bei den Tieren leben - sehr zum Befremden ihrer Mutter, die von Cocktailparties schwärmt, sie aber dennoch regelmäßig im Wald besucht. Ihre Töchter bleiben für sie artige, aber fremde Kinder. Rosa entwirft Kleidung aus Naturmaterialien für  Momentmenschen. Blanca forscht an Amnesiekäfern, die jeden Moment neu erleben, da sie jede Nacht aufs Neue eine Totalamnesie überfällt. Außer einem immer schlecht gelaunten Zwerg und nicht enden wollenden Diskussionen der Tiere über Sinn und Unsinn von Vegetariern oder Fleischfressern, trübt nichts das Idyll. Bis sich beide Mädchen in den neuen Gast verlieben, einen Bären! Gelangweilt von der ewigen Sorge der Tiere um Nestbau, Futter und Fortpflanzung hat dieser Bär eine ganz andere Ausstrahlung. Nach langer Gefangenschaft sucht er nur nach dem Genuss des Moments, ohne an die Zukunft zu denken. Die Zuneigung der Mädchen gibt ihm neue Lebenskraft, doch ein Bär ist ein Bär ist ein Bär. Treibt es nicht zu wild mit dem Bären, heißt es im Originalmärchen, doch wer hält sich schon an gute Ratschläge, wenn er verliebt ist? Einem Zustand, um mit dem Adler im Stück zu sprechen, des Wahnsinns, einem billigen Trick irgendeiner Hormongruppe. Der Weg zu sich selbst ist oft schmerzhaft, voller Glücksmomente und Verluste. Irgendwann muss man den Wald verlassen und, die Mutter im Stück zitierend, eine Friedenspfeife mit der Welt rauchen. Man kann nicht ewig im Wald bleiben. Oder doch?!

Die Autorin Rebekka Kricheldorf, die Bühnen und Kostümbildnerin Vera Knab und Matthias Kaschig, der Regisseur kehren nach Freiburg zurück an ihren biographischen als auch künstlerischen Ursprung. Alle drei sind in Freiburg geboren und aufgewachsen. Als freie Gruppe junger Studierender bekam Matthias Kaschig im Theater im Marienbad die Möglichkeit  zwei Stücke zu inszenieren und zu zeigen. Diese erste erfolgreiche künstlerische Suchbewegung liegt nun mehr als 15 Jahre zurück. Rebekka Kricheldorf schreibt mittlerweile für namhafte Theater, zuletzt für das Deutsche Theater in Berlin. Vera Knab arbeitet als Ausstatterin an verschiedenen Stadt- und Staatstheatern und Matthias Kaschig ist als renommierter Regisseur unterwegs zwischen Heidelberg und Wien. Schön, dass sie die Zeit gefunden haben in Freiburg einen Halt einzulegen.