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Satelliten am Nachthimmel // 10+

von Kristofer Blindheim Grønskag
übersetzt von Nelly Winterhalder

Eine moderne Alice im Wunderland-Erzählung ist Kristofer Grønskags Satelliten am Nachhimmel.  Doch während sich Alice auf einer Wiese liegend aus Langeweile wegträumt, ist Jonis Beweggrund viel existentieller: sie hat ein Schwarzes Loch im Bauch, das droht alles zu verschlingen. Und zugleich lebt in diesem schwarzen Loch Jonis Universum, das es zu entdecken gilt. Darin fliegt sie zum Mond, bespricht sich mit dem Baumeister selbst und macht die Bekanntschaft von 44 Elefanten und weinenden Krokodilen. Und Joni spricht viel, mit Tellern, Wänden und sogar mit ihrem Gewissen. Sie singt Lieder in einer Sprache ohne Worte. Sie erlebt die Welt so unerklärbar und schön, wie der Kosmos selbst, in dem alles möglich scheint. Ihr kleiner Bruder begleitet sie auf ihren Fantasiereisen. Mit Hilfe der Imagination versuchen die beiden die undurchsichtige Welt der Erwachsenen zu begreifen. Hier kann sich Joni mühelos mitteilen, anders als in der realen Welt, in der ihr die Eltern und Lehrer_innen ratlos gegenüberstehen, unfähig Jonis Sprache zu dechiffrieren.

Satelliten am Nachthimmel ist eine Geschichte über Beziehungen, eine Einladung an die Fantasie und die Aufforderung sich für eine eigene Perspektive zu entscheiden, jenseits aller Normierungen. Zugleich ist es eine Liebeserklärung an das Fremde, das scheinbar Unverständliche. Gemeinsam mit Regisseurin Carina Eberle und Ausstatterin Karen Simon begibt sich das Ensemble des TiM auf die ungewöhnliche Reise, mitten in ein schwarzes Loch, wo es doch mehr zu entdecken gilt als man vielleicht glauben mag.