|
Holland im 18. Jahrhundert. Die Zeit, als Reifröcke Mode waren, die reichen Leute Perücken trugen, die ersten Kartoffeln gepflanzt wurden und man noch Bier zum Frühstück trank. Hilletje Jans, ein Mädchen aus Utrecht, hat im Alter von sechs Jahren ihre Eltern verloren. Sie irrt nach Amsterdam, wo ihre Tante Therese und deren Tochter Roosje eine Herberge betreiben. Dort hofft Hilletje aufgenommen zu werden. Doch kaum in der Hafenspelunke angekommen, wird Hilletje des Mordes verdächtigt, an den Pranger gestellt und ins Spinnhaus gebracht. Nach sieben Jahren kommt sie frei und kehrt in die Herberge zurück. Aber entgegen der Versprechungen ihrer Tante muß sie von morgens bis abends weiterschuften. Eines Tages faßt Hilletje den Entschluß, ihr Leben zu ändern. Als Mann verkleidet gelingt ihr die Flucht. Sie heuert als Schiffsjunge auf einem Schiff der Ostindischen Handelskompanie an. Viele Jahre verbringt sie in Männerkleidern auf See und bewährt sich in gefährlichen Situationen. Als der berühmte und geachtete Jan Hille von der "Guten Hoffnung" kehrt sie nach langer Zeit nach Amsterdam zurück. Hier begegnet sie Roosje wieder, die nach dem Tod ihrer Mutter die Herberge übernommen hat, und für deren Untat sie als kleines Mädchen bestraft wurde. 
Hilletje gibt sich als Frau zu erkennen. Abermals wird sie verurteilt und mit der Hinrichtung bedroht....
Das Stück erzählt, wie es Kindern vor mehr als 200 Jahren erging. Es nimmt auch Motive einer fast unbekannten Tradition auf: Frauen, die in Männerkleidern jahrelang als Matrosen, Soldaten und Handwerker unentdeckt lebten, um der Not und der Armut, in der sie als Frauen hätten leben müssen, zu entkommen. "Das besondere Leben der Hilletje Jans", geschrieben von Ad de Bont und Allan Zipson, wurde 1983 von der holländischen Kindertheatergruppe "wederzijds" uraufgeführt. Mit der Inszenierung dieses Ensemblestücks setzt das Freiburger Kinder- und Jugendtheater die Zusammenarbeit mit dem Musiker Guus Ponsioen und dem Bühnenbildner Roland Söderberg fort, die mit dem "Teufel mit den drei goldenen Haaren" begonnen hat. |
|
Regie: Dieter Kümmel Musik: Guus Ponsioen Bühne: Roland Söderberg Dramaturgie: Stephan Weiland Es spielen: Daniela Mohr, Renate Obermaier, Kirsten Trustaedt, Hubert Fehrenbacher, Horst Gessner, Dietmar Kohn, Christoph Müller, Kai Orlob, Heinzl Spagl
Ton:
Ingo Burghardt
Licht:
Jürgen Trenkle Rechte: Verlag der Autoren Premiere: 26. Februar 1992 Dauer: 165 Minuten
|
für Kinder ab 8 Jahren und Erwachsene
|
|
aus dem Niederländischen von Dagmar Schmidt und Wolfgang Wysocki | |