Daniela Mohr
Schauspielerin
seit 1990 am Theater im Marienbad
Drei Fragen an Daniela Mohr
Warum machst du Theater?
Ich freue mich immer darüber, neue Figuren in mir zu entdecken, zu entwickeln und kennenzulernen. Die unterschiedlichen Herangehensweisen dabei. Ich liebe es, zusammen mit dem ganzen Ensemble, Regie, Bühnenbild und Dramaturgie einzutauchen in eine neue Geschichte. Mich dabei von anderen inspirieren zu lassen, an Texten zu arbeiten, mir zueigen zu machen, dabei auch Widerstände zu entdecken, ergründen, verstehen. Dinge kennenlernen, die ich noch nicht kann. Zum Beispiel Cello spielen, weil es auf der Bühne gebraucht wird.
Mich mit all dem für die Dauer einer Vorstellung mit dem Publikum verbinden. Und wenn der Funke wechselseitig überspringt – ein Geschenk.
Was macht deiner Meinung nach das Theater im Marienbad aus?
Die Hingabe und der Anspruch, professionelles Theater für Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu machen. Die Zeit und die Sorgfalt, wie Stücke kollektiv gelesen, ausgewählt und umgesetzt werden. Der besondere Szenenraum, der ein besonderes Schwimmbad war. Die Nähe zu unserem Publikum, die Gespräche danach. Die vielen Menschen, die immer wieder ins Marienbad gehen, teilweise über Jahrzehnte keine Inszenierung am Haus verpasst haben, erst ohne Kinder, dann mit ihren Kindern und jetzt mit ihren Enkelkindern kommen. Das berührt mich.
Was war dein persönliches Highlight im Marienbad?
Davon gibt es viele – allein die vielen Gastspielreisen mit dem ganzen Ensemble in den Iran, in die Türkei, nach Italien, durch Russland … eine kleine Begegnung, an die ich mich gerne erinnere: auf dem Wiehremarkt von hinten mit einem freudigsten „Sie sind doch ein Pinguin!“ angesprochen zu werden. Und zum Erstaunen der am Stand in der Schlange Mitwartenden, drehte ich mich um und antwortete: „Aber ja, gewiss!“ „Ach wie schön …“ – und im seligen Blick des offensichtlichen Fans der „Arche um Acht“ spiegelte sich größte Freude wieder, ein Sich-Erinnern an das Stück und an den kleinen Pinguin, den ich darin spielte. Ich kaufte mir einen Hering und watschelte beglückt nach Hause.