Unser Repertoire
Ich, Ikarus
von Oliver Schmaering // 10+
Seit Jahrtausenden erzählt man sich vom jungen Ikarus, der erst gefangen im Labyrinth von Kreta, dann mit seinem Vater Dädalus und mit Hilfe selbst gebauter Flügel von der Insel flieht. Angezogen von der wärmenden Kraft der Sonne verlässt er die sichere Flugbahn, fliegt zu hoch und verbrennt dabei die Flügel. Er stürzt ins Mittelmeer – hier vom Meeresgrund aus erkundet Ikarus seine eigene Geschichte. Zwischen Freiheitsdrang und Schicksal stellt sich die Frage: Wie erzählt man von sich selbst? Und was wäre, wenn er noch einmal fliegen könnte? Mit Hilfe seiner Stimme und jeder Menge Strandgut und Elektroschrott, erkundet er den Sound seines vielbesungenen Lebens, um sich seiner eigenen Erzählung gewiss zu werden.
Das Gewicht der Ameisen
von David Paquet // 12+
In der chaotischen wie alltäglichen Welt einer Schule, in der ein kurz vor der Rente stehender Rektor die Regeln diktiert und Werbung mit Schönheitstipps das Schulklima vergiftet, wird die Woche der Zukunft ausgerufen. Die Schulsprecher*innenwahl steht kurz bevor. Während die meisten Jugendlichen dem Wahlversprechen „Pizza für alle" verfallen sind, machen sich die beiden Schüler*innen Jeanne und Olivier bereit, sich der absurden Realität entgegenzustellen.
Krummer Hund
nach dem Roman von Juliane Pickel / in der Fassung von Jana Vetten und dem Theater im Marienbad // 14+
Das Leben des 15-jährigen Daniel ist kompliziert: Vor Jahren hat sein Vater die Familie verlassen und jetzt wird auch noch sein Hund, den ihm sein Vater zuletzt geschenkt hatte, eingeschläfert. Und als wäre das nicht schon schlimm genug, verabredet sich seine Mutter ausgerechnet mit dem Tierarzt.
Gemeinsam mit seiner besten Freundin Edda verfolgt Daniel das Langzeitprojekt, alles über ihre sadistische Mitschülerin Alina herauszufinden, um sich eines Tages für ihre Boshaftigkeit zu rächen. Doch dann verändert ein Autounfall alles…
Popcorn
oder wie Julia sich der Einsamkeit stellt // 13+
Warum ploppen Maiskörner zu unterschiedlichen Zeiten? Und manche auch gar nicht? Was bedeutet es für eine Gesellschaft, wenn sich 20 % ihrer Bürger*innen einsam fühlen? Warum schauen wir uns im Internet acht, neun, zehn Failvideos an und können nicht damit aufhören? Wieso bedeutet die morgendliche Busfahrt für die Einen den Beginn eines schönen Tages, während sie für Andere wie ein Spießrutenlauf ist? Wieso schreiben Erwachsene jungen Menschen vor, was sie später mal tun oder lassen sollen? Alle sind verunsichert, aber statt ihrer Fragen, zeigen sie nur ihre Ellenbogen. Warum? Was macht den Menschen einsam und wo liegt der Unterschied zum gern Alleinsein?
Krabat
von Otfried Preußler / in einer Fassung von Jana Vetten und Sonja Karadza // 10+
Krabat kann es kaum glauben. Gerade noch war er ein umherziehendes Waisenkind. Jetzt ist er auf der Mühle im Koselbruch und hat reichlich zu essen, ein warmes Bett und einen Haufen anderer Jungen um sich herum. Eigentlich war er nur neugierig einer geheimnisvollen Stimme gefolgt, die ihn im Traum zu sich rief. Wie staunt er aber als ihm klar wird, dass er nicht nur das Müllerhandwerk erlernen, sondern auch in die Kunst der Schwarzen Magie eingeführt werden soll...
Das Leben in der Zauberschule fasziniert Krabat sehr. Eifrig lernt er und hat große Freude daran, seine Fähigkeiten zu erproben und immer mehr Macht über Andere zu gewinnen. Doch je länger er auf der Mühle lebt, desto merkwürdiger und schauriger wird das, was dort vor sich geht.
Der Zinnsoldat und die Papiertänzerin
von Roland Schimmelpfennig nach H.C. Andersens Märchen "Der standhafte Zinnsoldat" // 8+
Auf dem Fensterbrett stehen zwei Spielzeuge, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Ein Zinnsoldat, dem ein Bein fehlt und eine Papiertänzerin, die auf einem Bein steht und das andere Bein den ganzen Tag in den Himmel streckt. Das Kind, dass an diesem Tag Geburtstag feiert, hat die Beiden aufgrund Ihrer Unzulänglichkeiten aussortiert und einfach dort vergessen. Ein plötzlicher Windstoß in der Nacht weht die beiden Gestalten vom Fensterbrett. Eine Abenteuerreise in die Welt jenseits des Kinderzimmers beginnt…
WHAT THE BODY?!
Eine Stückentwicklung von Bräuniger/Wittmiß/Fritsch // 13+
Erwachsen werden. Zum Mann werden? Zur Frau werden? Ich werden? Der Körper wächst und wir hinterher. Oder auch nicht.
„Worüber denkst du nach, wenn es um das Thema Körper geht?“ Eine von vielen Fragen, die am Anfang der Recherche für WHAT THE BODY?! standen. Das Produktionsteam um Schauspielerin Lisa Bräuniger und Regisseurin Anne Wittmiß ist in Schulklassen gegangen und hat mit den verschiedensten Körperbesitzer*innen Interviews geführt und diese zu einer rasanten Körperachterbahn verflochten. Wir schauen durch das Brennglas der Ideale. Verschweigen nichts. Besprechen den Körper lautstark. Stellen Fragen. Lassen Zweifel zu. Wandeln Gestalten. WHAT THE BODY?! spielt ab Oktober 2022 hautnah im Marienbad und auf Einladung in der Schule.
Die besten Beerdigungen der Welt
nach dem schwedischen Bilderbuch von Ulf Nilsson // 5+
Alles beginnt mit einer Hummel. Die ist tot. Als Ester sie findet kommt ihr DIE Idee! Warum muss das arme Ding hier so herumliegen? Wir sollten sie beerdigen! Und so kam es, dass drei Kinder an einem traurigen Sommertag besonders viel Spaß hatten, denn sie gründeten ihre erste Firma, genannt "Beerdigungen AG". Im Spiel lernen Ester und Co auf präzise und humorvolle Weise, dass der Tod zum Leben dazugehört und dass all das nichts ist, worüber man nicht reden dürfte.
Aus dem Topf
Drei Geschichten aus drei verschiedenen Ländern aus dreierlei Töpfen // 4+
Töpfe gehören zu den ältesten Zivilisationsgütern der Menschheit. Mit oder ohne Deckel tauchen sie drum in den verschiedensten Volksmärchen auf der ganzen Welt auf: sind oft leer, überraschend voll, stillen Hunger, manchmal auf zauberhafte Weise, oder gehen höchst eigenwillige Wege. Töpfe, die eigenen, überdauern Generationen. Sie werden weitergegeben, bergen kleine Erinnerungen an die Besitzer*innen und an das, was darin gekocht, und vor allem, wie und wann das darin Zubereitete gemeinsam verspeist wurde – der emaillierte Dampfnudeltopf des Vaters, der gusseiserne Kohlrouladentopf der Großmutter, der kleine Kinderkochtopf, mit dem man selbst einmal am eigenen Puppenherd gekocht hat...
Hey, hey, hey, Taxi!
von Saša Stanišić // 5+
Hey, hey, hey, ich steige in ein Taxi und das Abenteuer beginnt: zwischen allerhand Gemüse, haarscharf an der Riesenwelle vorbei, mit einem Abstecher zu Zwergen und Drachen, in einem rasanten Tempo, zum Teil schwerelos, aber am Ende immer wieder nach Hause, nach Hause, zu dir. „Hey, hey, hey, Taxi!“ ist das erste Kinderbuch des mehrfach prämierten Autors Saša Stanišic. Die zahlreichen Geschichten hat Stanišic für und mit seinem Sohn entwickelt – als Gutenachtgeschichten, Zeitvertreib, Gedankenreise. Geprägt sind sie von schier überbrodelnder Fantasie und skurrilen Bildern.
Der Koffer
von Chris Naylor-Ballesteros in der Übersetzung von Uwe-Michael Gutzschhahn // 4+
Eines Tages, wie aus dem Nichts, taucht es auf: das müde und staubige Wesen. Einen Koffer vor sich herschiebend, begegnet es Hase, Vogel und Fuchs, die gerade zufällig in der Nähe sind. Misstrauisch und neugierig zugleich beobachten sie den Neuankömmling. Wo kommt es her? Was will es hier? Doch ihr größtes Interesse gilt dem Koffer. Was befindet sich wohl darin? Eine Tasse, ein Tisch, ein Stuhl und eine kleine Teeküche, gibt das Wesen zur Antwort, bevor es vor lauter Erschöpfung einschläft. Unmöglich! sind sich die Drei einig und brechen in Nullkommanichts den Koffer auf, um zu sehen, was darin ist.