Vom Schwimmbad zum Theater

Eine Poolleiter, ein Brunnen und ein Schwimmbecken – einige Dinge, die man bei einem Vorstellungsbesuch im Theater im Marienbad entdeckt, passen nicht ganz ins Theater. Sie erzählen stattdessen die vorherige Geschichte des Gebäudes. Bevor der Verein des Freiburger Kinder- und Jugendtheater um Regisseur Dieter Kümmel das Haus übernahm, war das Haus dem Schwimmen gewidmet. Gegründet würde das Bad im Jugendstil im Jahr 1902 und bot neben Schwimmunterricht auch Wassergymnastik an, außerdem zählten zum Angebot medizinische Bäder, ein Dampfbad und ein Massagesalon. Anfang der 1970er Jahre schloss das Schwimmbad seine Türen für einige Jahre, kurzfristig wurde der Betrieb 1984 wiederaufgenommen, bis 1985 im Schwimmbecken des Marienbad die letzten Bahnen gezogen wurden. Nach mehr als 80 Jahren Nutzung als Schwimmbad wird das Haus dem Verein Freiburger Kinder- und Jugendtheater nach langen Debatten zugesagt. 

Im Jahr 1988 beginnen die Umbauarbeiten zum Schwimmbad: Die kleine Schwimmhalle wird zum heutigen Szenenraum umgebaut, das Schwimmbecken bleibt erhalten und wird bei einigen Inszenierungen als Bühne bespielt. Die ersten Umbau- und Sanierungsarbeiten finden im Juli 1989 ihren Abschluss, wobei darauf geachtet wurde den Charakter des alten Jugenstilbads zu bewahren. Das Theater im Marienbad eröffnet am 8. Dezember 1989 mit der Premiere der Neuproduktion „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“ von F.K. Wächter und einem dreitägigen Eröffnungsfest. In den folgenden Haaren wird aus dem ehemaligen Kesselhaus im Keller des Gebäudes eine weitere, kleinere Spielstätte.